Marsh mallow – was wir als schaumige Süßigkeit kennen, bedeutet wortwörtlich auf Englisch: Sumpfmalve. Früher wurde aus den Kohlenhydraten der Eibischwurzel der so genannte Mäusespeck hergestellt. Heute weiß man, dass die Schleimdroge den Rachen schützt und Reizhusten hemmen kann.
Eigentlich gehen die typisch amerikanischen Marshmallows auf eine Erfindung französischer Zuckerbäcker zurück: ‚pâte de guimauve‘- Schaumzucker aus Eibisch. Für die Herstellung war also die Sumpfmalve nötig, Althaea officinalis. Die krautige, dichtbeharrte Pflanze stammt aus der Familie der Malvaceae und ist mit der Baumwolle und der Stockrose verwandt. Althaea steht unter Naturschutz, so dass die Pflanzen im Kulturanbau gewonnen werden. Blüten und Blätter erntet man im Juli und August. Von Oktober bis November sind dann die Wurzeln erntebereit, denn im Herbst ist der Schleimgehalt am höchsten. Und wirklich, die zu den Schleimdrogen gehörenden Wurzeln enthalten 10-15 Prozent Schleim. Enthalten ist außerdem jeweils 10 Prozent Saccharose und Pektin und ein Drittel Stärke. Gering konzentriert sind Asparagin, Betain, Lecithin, Eiweiß, Enzyme, Phosphate, Gerbstoffe und Öl.
Schutzschicht im Rachen
Die vielfältigen Inhaltsstoffe wirken reizmildernd und entzündungshemmend und bilden eine schützende Schicht im Rachenbereich. Dadurch verbessert sich die Barrierefunktion der Schleimhaut und die Aktivität des Flimmerepithels. Während synthetische Antitussiva den Hustenreflex im Gehirn hemmen, fördern pflanzliche Mittel den Auswurf im Atemtrakt. Schleimdrogen wie die Malve überziehen die entzündeten Atemwege mit einer Schutzschicht.
Besondere Zubereitung
Schleimstoffe zersetzen sich, wenn sie zu stark erwärmt werden. So muss Altaea radix immer in kaltem Wasser angesetzt werden. Dazu übergießt man zwei Teelöffel der fein zerschnittenen Wurzeldroge mit einem viertel Liter kaltem Wasser und lässt den Ansatz mindestens eine halbe Stunde stehen, dabei häufig umrühren. Dann abseihen und auf Trinktemperatur erwärmen. Eibischwurzel wird auch als Sirup zubereitet, von dem man mehrmals täglich ein bis zwei Teelöffel einnimmt, am besten gemeinsam mit Fenchelhonig. Von der Eibisch-Tinktur werden drei Mal täglich 20-30 Tropfen empfohlen.
Der Kaltauszug wird auch für Spülungen entzündeter Hautumschläge verwendet. Die äußerliche Anwendung hat vermutlich eine lange Tradition, wenn man alten Geschichten Glauben schenkt: Der Legende nach sollen die Priesterinnen des Apollo-Temples auf dem Palatin in Rom ihre Fußsohlen mit Eibischsalbe bestrichen haben, bevor sie über glühende Kohlen liefen. Auf jeden Fall besitzt die Heilpflanze, die möglicherweise schon in der Antike verwendet wurde, schützende Wirkungen.
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https://www.diepta.de/news/praxis/heilpflanzen-schleim-wirkt-570284/
Die PTA in der Apotheke – Sonderheft Phytotherapie & alternative Heilmethoden Oktober 2018

