Warum Vitamin D ergänzen, wenn es in der Haut gebildet wird? Sinn macht das im Alter, bei Arzneimitteleinnahme und wenn das Risiko für Knochenbrüche erhöht ist.
Das Besondere an Vitamin D? Der Körper bildet es selbst und es wirkt wie ein Hormon. Synthetisiert wird es aus einer Vorstufe von Cholesterin, das in den Hautgefäßen zirkuliert. Treffen UV-B-Strahlen auf die Haut, entsteht daraus Vitamin D, das „Sonnenvitamin“. Die Eigensynthese liefert 80-90 Prozent der benötigten Menge. Der Rest wird über Forelle, Hering, Lachs und Hühnerei gedeckt. Doch ganz egal, auf welchem Weg das Vitamin in den Körper findet, in der Niere wird es zum hormonwirksamen Vitamin D3 aktiviert. Dieses reguliert den Calciumhaushalt, indem es die Aufnahme aus dem Darm steigert und den Einbau in die Knochen fördert. Damit sich die Muskeln entwickeln und ihre ganze Kraft entfalten können, benötigen auch sie Vitamin D3. Auch der Phosphatstoffwechsel, die Immunfunktion und der Zellzyklus hängen von Vitamin D ab.
Knochenwirksam
In der Jugend ist Cholecalciferol nötig für das Knochenwachstum, später dann für die Homöostase im Knochen. Dabei spielen Auf- und Abbauprozesse und Mineraleinlagerungen eine Rolle. Kein Wunder, dass ein Mangel die Knochenmineralisierung stört: Bei Kindern kommt es zu Verformungen an Brustkorb und Beinen (Rachitis), bei Erwachsenen zu Osteoporose oder Osteomalazie. Typisch sind spontane Knochenbrüche und bei einer Osteomalazie auch Fehlbildungen. Mit Müdigkeit, Schlafstörungen und Muskelschmerzen sind die Frühsymptome so allgemein, dass man nicht gleich an ein Defizit denkt.
Reicht im Winter nicht aus
In unseren Breitengraden ist der Sonnenstand zwischen Oktober und April zu niedrig, um eine ausreichende Versorgung sicherzustellen. Zudem wird Calcidiol nur wenige Wochen gespeichert. So sind die durchschnittlichen Vitamin D-Konzentrationen im Winter niedriger und im Sommer höher. In der kalten Jahreszeit nähert sich sogar fast jeder fünfte Erwachsene einem Defizit. Dennoch nehmen Jugendliche und Erwachsene übers Jahr nur täglich 2-4 Mikrogramm (μg) Vitamin D mit der Nahrung auf. Das sei zu wenig, um auf eine schützende Serumkonzentration zu kommen, so die Deutsche Gesellschaft für Ernährung. Die Differenz muss durch Eigensynthese und die Einnahme eines Vitamin D-Präparates gesichert werden, wobei der Aufenthalt in der Sonne ausdrücklich empfohlen wird. Intoxikationen gibt es nicht, denn bei starker UV-B-Strahlung bilden sich inaktive Metabolite.
Risikogruppen erkennen
- Personen, die kaum nach draußen kommen: chronisch Kranke und Pflegebedürftige
- Senioren: 70-Jährige bilden im Vergleich zu jungen Menschen nur noch ein Viertel der Vitamin D-Menge
- Bei vollständiger Körperbedeckung im Freien
- Sonnenschutzmittel ab Faktor 15 absorbieren die UV-B-Strahlung
- Melaningehalt der Haut: je dunkler die Haut, desto weniger Vitamin D wird gebildet
- Säuglinge: zur Rachitisprophylaxe, denn Mutter- und Kuhmilch enthalten zu wenig Vitamin D
- Chronische Arzneimitteleinnahme: Antikonvulsiva wie Carbamazepin, Glucocorticoide, Antimykotika wie Ketokonazol, Cholestyramin
- Bei Nieren- und Lebererkrankungen.
Wieviel ist nötig?
Vitamin D-Präparate gibt es als Nahrungsergänzungsmittel mit 500-5600 internationalen Einheiten I.E. (12,5-140 μg) Vitamin D3. Fast immer ausreichend und sicher sind 800 I.E. Vitamin D pro Tag. Auch der Dachverband Osteologie empfiehlt Patienten mit erhöhtem Sturz- oder Frakturrisiko, die zudem selten in die Sonne kommen, täglich 800 I.E. Vitamin D. Als langfristig sicher gelten 4.000 I.E pro Tag.
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