Gesundheit aus Tomaten

Rot leuchtende Tomaten. Seit Hernán Cortéz die ersten Setzlinge nach der Eroberung Mexikos nach Spanien brachte, ist Solanum lycopersicum fester Bestandteil der europäischen Küche. Ursprünglich heimisch in den Hochlagen Perus, hat sich die licht- und wärmeliebende Pflanze auch in Südeuropa verbreitet. Samenfunde deuten darauf hin, dass die Maya in Mesoamerika das Nachtschattengewächs bereits um 200 v. Chr. kultivierten. Der Name, den wir kennen, Tomate, ist eine Ableitung aus der aztekischen Nahuatl-Sprache…

Über spanische Besitztümer kam die Tomate nach Italien. Der goldene Apfel, italienisch ‚Pomo d’oro‘, ist botanisch gesehen jedoch eine Beere. Und ein essentieller Bestandteil der Mittelmeerdiät, die aus gedünstetem Gemüse, Kräutern, Olivenöl und Fisch besteht.  Mit dieser Ernährung bleiben die Menschen rund ums Mittelmeer gesund. Das schlägt sich in der Lebenserwartung und der Häufigkeit für chronische Erkrankungen nieder.

Tomaten sind kalorienarm: Sie bestehen überwiegend aus Wasser, enthalten aber viele Vitamine, Mineralstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe. Dazu gehören auch die Carotinoide, rot-gelbe Pflanzenfarbstoffe, die der Frucht die intensive Farbe verleihen. Unter den Carotinoiden fällt Lycopin besonders ins Auge.

Warum gerade Lycopin?

Zum Einen die Ausbeute: Gekochte Tomaten enthalten wesentlich mehr bioverfügbares Lycopin als rohe Früchte, ungefähr 3.700 Mikrogramm pro 100 Gramm. Dann die Wirkung: Das Molekül, aus acht Isopreneinheiten zusammengesetzt, wirkt als Antioxidans und kann eine radikalische Kettenreaktion zum Stillstand bringen. Außerdem stimuliert Lycopin das Immunsystem und regt die Kommunikation zwischen den Zellen über porenbildende Proteinkomplexe an, die so genannten gap-junctions.

Interessanterweise lagert sich Lycopin konzentriert im Prostatagewebe an. Inwiefern eine höhere Aufnahme und dementsprechend erhöhte zirkulierende Lycopin-Plasmakonzentrationen das Risiko für einen Prostatatumor verringern, wird zur Zeit intensiv untersucht. Der  sichere Schwellenwert der Lycopinaufnahme liegt zwischen 9 und 21 mg Lycopin pro Tag, so das Ergebnis einer Übersichtsarbeit, die 26 Studien zu diesem Thema untersucht hatte.

 

 

 

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