Mehr als die üblichen 50 Haare

Haarausfall nach den Wechseljahren

Bis zu den Wechseljahren bilden die Eierstöcke regelmäßig das Hormon Östrogen. Stimuliert werden sie dazu durch die Steuerhormone der Hirnanhangdrüse. Noch in der Zeit vor den Wechseljahren sind die Spiegel an Östrogen, Progesteron und Testosteron ähnlich hoch. Dann nimmt das Progesteron langsam ab. Etwas später und schneller sinkt der Östrogenspiegel. Nur Testosteron wird weiterhin gebildet, allerdings in deutlich geringeren Mengen als beim Mann.

Nach der Menopause, der letzten Regelblutung, wird der Testosteron-Überschuss sichtbar. Die Kopfhaare dünnen im Scheitelbereich aus. Das liegt an dem Abbauprodukt Dihydrotestosteron, das die Haarwurzeln schrumpfen lässt. So finden sich morgens weit mehr als die üblichen 50 Haare in der Bürste.

Was tun?

Kaum ein Präparat ist geeignet, um den Haarausfall zu stoppen. Das ergab eine Untersuchung der Stiftung Warentest für das Portal stern.de (https://www.stern.de/gesundheit/haut/tools-service/stiftung-warentest–nur-ein-mittel-hilft-gegen-haarausfall-3782288.html). Den Testern zufolge kann nur Minoxidil empfohlen werden, ar nur mit Einschränkungen. Die Substanz, die oral eingenommen gegen Bluthochdruck wirkt, wird als Lösung oder Shampoo in die Kopfhaut einmassiert und stimuliert dort das Wachstum der Haarfollikel. Ein kosmetisches Ergebnis ist nach vier Monaten zu erwarten; zufrieden damit waren aber weniger als 20 von 100 Anwenderinnen. Setzt man das Präparat ab, beginnt der Haarausfall erneut.

Überhaupt nicht geeignet sind östrogenhaltige Haarwasser. Der Inhaltsstoff 17-alpha-Östradiol ist zwar kaum hormonaktiv, sondern hemmt das testosteronabbauende Enzym, doch eine Wirksamkeit gegen Haarausfall wurde nicht nachgewiesen.

Am besten finden wir uns mit der neuen Situation ab. Im Vergleich zu Männern stehen wir immer noch besser da. Denn der Prozess beginnt bei ihnen schon viel früher und zeigt sich deutlicher: an der Stirn und an den Schläfen – dort, wo die gefürchtete Glatze beginnt und die Geheimratsecken entstehen.

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