Eine Dysbiose der Schleimhäute führt zu Entzündungen und Infektionen in den Atemwegen. Unterstützt man dagegen die Biodiversität, wird die Funktion der Mukosa wiederhergestellt. Im Falle einer akuten Rhinosinusitis gelingt das mit Probiotika.
Die oberen Atemwege haben die Aufgabe, den Lungen Luft zuzuführen, bei Erwachsenen sind das ungefähr 7.000 Liter am Tag. Um die Luft zu filtern, hat sich in den Atemwegen ein komplexes Immunsystem entwickelt. Unterstützt wird es von den mikrobiellen Gemeinschaften auf der Mucosa, welche Stoffwechselprodukte bilden, pathogene Bakterien reduzieren und das Immunsystem trainieren. Ähnlich wie im Darm setzten sie sich aus pathogenen, kommensalen und symbiotischen Mikroorganismen zusammen. In den oberen Atemwegen sind keine Grundpfeiler-Arten wie etwa im Darm bekannt. Eine langfristige stabile Gemeinschaft bilden jedoch kommensale Species von Moraxella, Dolosigranulum und Corynebacterium…
Weiterlesen: Atemwegsinfektionen: Schleimhaut-Mikrobiota im UngleichgewichtFazit:
Die Vielfalt der Bakterien im Nasen-Rachen-Raum schützt vor Infektionen, denn diese treten mit dem Immunsystem in Wechselwirkung und bilden antimikrobielle Substanzen. Dieses Gleichgewicht wird bei Entzündungen und durch äußere Einflüsse gestört. In der Folge entwickeln sich manche Species zu einer proinflammorischen, invasiven oder überwuchernden Form.
Um die Mikrobiota zu stabilisieren, die Kolonialisationsresistenz zu fördern und die Mucosa zu regenerieren, eignen sich Probiotika. Sie wirken zudem immunmodulierend, indem sie die Lymphoyztenantwort und die IgA-Spiegel auf der Mukosa beeinflussen. Atemwegsinfektionen ließen sich möglicherweise zukünftig auf neue Art behandeln, wenn krankheitsfördernde Bakterien erkannt und entfernt und schützende Species zugeführt werden würden.
Der Beitrag ist erschienen in Ausgabe 1 DER PRIVATARZT Januar 2024
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