Es ist Fastenzeit. Zeit, in sich zu gehen und Unnötiges wegzulassen. Heilfasten hilft dabei. Denn Fasten festigt das mikrobielle Milieu im Darm. Das ist entscheidend für die Gesundheit, unterstützt das Mikrobiom doch die Immunabwehr…
Der Darm ist ein Ökosystem aus 1014 Zellen und Mikroorganismen, die eine Symbiose bilden und wechselseitig voneinander profitieren. Rund 400 Bakterienarten sorgen dafür, dass die Darmflora gesund bleibt, darunter Bacteroides, Eubacterium, Bifidobakterium, Faecalibacterium und Laktobacillus. Diese Species bilden Stoffe, die die Verdauung regulieren, die Schleimhaut schützen und das Abwehrsystem stimulieren.
Darm und Immunsystem
Über 70% aller Abwehrzellen sitzen in der Darmschleimhaut. Für die gesunde Entwicklung dieser Zellen spielt es eine große Rolle, wie die Bakterienflora zusammengesetzt ist. Dieses Milieu unterstützt indirekt auch die Bildung von Antikörpern und verdrängt pathogene Keime. Im Gegenzug reguliert das Immunsystem die Zusammensetzung der Darmflora. Das geschieht beispielsweise über das schleimhautspezifische Immunglobulin A oder über die antibakteriell wirksamen Defensine. Da fast ein Viertel der Darmschleimhaut immunologisch aktiv ist, ist der Darm das größte Immunorgan des Körpers.
Eine neuro-endokrine Einheit
Auch ist der Darm eng mit dem Nervensystem verbunden. So bildet das Mikrobiom Mediatoren, die Signale an spezielle Zellen im Darm übermitteln. Diese Zellen, die zum diffusen neuroendokrinen System gehören, steuern den Magen-Darm-Trakt über Gewebshormone und beeinflussen Beweglichkeit, Sekretion und Entzündungsvorgänge.
Auch kurzkettige Fettsäuren, die von den Darmbakterien gebildet wurden, geben Signale weiter, modulieren Immunreaktionen und regulieren die Nahrungsaufnahme. Im Gegenzug beeinflusst das Zentralnervensystem die Schleimsekretion und die Abwehrfunktion der Darmschleimhaut. In das Darmlumen abgegebene Katecholamine beeinflussen schließlich die Stoffwechselprozesse der Bakterien.
Außer diesen inneren Signalen wirken auch Faktoren von außerhalb.
Die Welt im Inneren ist plastisch
Die Zusammensetzung des Darmmikrobioms wird durch eine Vielzahl von Umweltfaktoren beeinflusst, auch und vor allem von der Ernährung. Es zeigte sich, dass die Darmflora flexibel auf saisonale Veränderungen in der Nahrungsaufnahme reagiert: Die traditionell lebenden Hutterer Nordamerikas, die sich konsequent im Rhythmus der Jahreszeiten ernähren, wiesen im Sommer und im Herbst bei ballaststoffreicher, obst- und gemüsebetonter Ernährung mehr Bacteroidetes auf, Bakterien die komplexe Kohlenhydrate zersetzen.
Bei der 60 Personen umfassenden Gemeinschaft wurden beständige und signifikante Verlagerungen im Reichtum bestimmter Arten und bei der allgemeinen Diversität des Mikrobioms festgestellt. Durch ihre gemeinschaftliche Lebensweise gibt es bei den Hutterern kaum Unterschiede in der individuellen Ernährung.
Wenn die Diversität leidet
Mit dem Grad der Zivilisation ändert sich auch die Vielfalt der Bakterienstämme. So weisen amerikanische Ureinwohner mehr taxonomische Einheiten im Darm auf als der durchschnittliche US-Amerikaner, bei dem sich bis zu einem Viertel weniger Einheiten finden.
Ein wesentlich vielfältigeres Mikrobiom besitzen Bewohner von Burkina Faso, Tansania oder Papua Neuguinea. Die höchste Vielfalt wurde bei den Yanomami festgestellt, einem indigenen Volk, das in den Regenwäldern des Amazonas lebt. In diesem Zusammenhang wird vermutet, dass man bei Nahrungsknappheit mit einem gesunden Mikrobiom gesünder bleibt als bei einem Nahrungsüberangebot, aber einem gestörten Mikrobiom.
Vielfalt gegen Verstopfung
Die Vielfalt des Mikrobioms ist also die Grundlage einer robusten Gesundheit, auch und gerade bei älteren Menschen. Verschiebt sich das Spektrum der Darmflora, fehlt ein wichtiger Gesundheitsschutz. So können Störungen der Darmflora zu akuter Verstopfung, Durchfall oder Blähungen führen, langfristig zu chronischen Entzündungsherden.
Gegen Verstopfung hilft:
- eine ballaststoffreiche Ernährung
- eine ausreichende Trinkmenge (1,5 – 2 l täglich)
- ausreichende körperliche Bewegung
- in einigen Fällen sind probiotische Nahrungsmittel hilfreich.
Soll der Darm zur Ruhe gebracht und gereinigt werden, empfiehlt sich eine Fastenwoche für Gesunde. Am Anfang steht dabei die schonende Darmreinigung mit F.X. Passage® SL, dem Magnesiumsulfat-Salz in der Tradition des Fastenarztes Dr. med. Franz Xaver Mayr.
Die Fastenwoche in Eigenregie – sei es nach F.X. Mayr oder nach Buchinger – kann die Basis für eine anschließende vegetarisch betonte Ernährung legen. So wird die gesunde Zusammensetzung des Mikrobioms gefördert.
Wie man mittlerweile weiß, wirkt sich das nicht nur auf die Verdauung und den Stoffwechsel aus, sondern auch auf den Hormonhaushalt, das Immunsystem, die Gehirnfunktion und auch auf das Körpergewicht.

