Wirkstoffe aus der Aroniabeere schützen die Gefäße

Superfood Aronia: Die schwarze Apfelbeere ist reich an biologisch aktiven Anthocyanen, welche nachweislich die Endothelfunktion verbessern. Bei älteren Personen können die Phytofarbstoffe den Blutdruck und das Cholesterin senken. Ursächlich dafür sind zirkulierende phenolische Metabolite, die die Gefäßsteifigkeit beeinflussen und butyratbildende Bakterien im Darm fördern. 

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Aroniabeeren, botanisch Aronia melanocarpa, gehören zu den Kernobstgewächsen und sind mit dem Apfel verwandt. Ebenso wir dieser reift Aronia, die „schwarze Apfelbeere“ im Spätsommer. Je mehr Sonne sie abbekommt, desto mehr rote, violette und blaue Pflanzenfarbstoffe bildet die Beere – sichtbar an der schwarzen Schale und dem roten Fruchtfleisch. Bereits die indigene Bevölkerung Nordamerikas nahm Aronia in die tägliche Ernährung auf, meist in getrockneter Form.

Heute gilt die Beere als Superfood.

Der Grund dafür ist der hohe Gehalt an Polyphenolen, Polysacchariden und Flavonoiden. Zu den Flavonoiden gehören auch die Anthocyane, die nicht nur für die dunkle Färbung der Beeren verantwortlich sind, sondern auch für ernährungsphysiologische Effekte.  

Gefäßschutz via Mikrobiom 

Der Verzehr der Polyphenole aus Aronia-Beeren wird mit herzschützenden Wirkungen assoziiert. Welche Rolle dabei die Darmmikrobiota spielen, sollte in einer aktuellen Studie untersucht werden.

Der Hintergrund: Polyphenole werden zunehmend als Modulatoren des Darmmikrobioms erkannt, die vorteilhafte Bakterienstämme fördern und die Diversität des Mikrobioms erhöhen. Entsprechend vermehren sich Bifidobakterien, Lactobacilli und butyratbildende Species, während die gärenden Clostridien abnehmen.

In der Studie erhielten 102 gesunde Personen im Alter von 40 bis 70 Jahren mit nur leicht erhöhten Blutdruckwerten über 12 Wochen einen verkapselten polyphenolreichen Aronia-Extrakt (mit 160 mg Polyphenolen) oder ein Placebo aus gefärbtem Maltodextrin.

Untersucht wurde der Blutdruck, die Arterienfunktion, die Endothelfunktion und die Blutlipide. Dazu auch die Polyphenol-Metabolite in Blut und Urin sowie die Zusammensetzung des Darmmikrobioms. Mit einem integrierten Multi-Level Ansatz wurde der Zusammenhang zwischen den Gefäßen, den Phenol-Metaboliten und dem Mikrobiom unter die Lupe genommen.

Um die Ernährungsgewohnheiten während der Studie einzuschätzen, füllten die Teilnehmer einen 7-tägigen Fragenbogen aus. Aus Stuhlproben zu Beginn und am Ende der Studie wurde das Mikrobiom mittels Schrotschuß-Metagenom-Sequenzierung analysiert.   

Positiv veränderte Bakterienflora

Nach 12 Wochen hatten sich die Arterien-Indices in der Aronia-Gruppe signifikant verbessert. Unverändert blieben Blutdruck, Endothelfunktion und Blutlipide.

Nach dem Verzehr der Aronia-Polyphenole nahm die Reichhaltigkeit der Gene und der butyratbildenden Species im Mikrobiom signifikant zu. Butyratbildner sind generell verbunden mit einer verbesserten Insulinsensitivität, niedrigerem Blutdruck und einem geringerem Body-Mass-Index. Eine leichte, nicht-signifikante Anreicherung von Faecalibakterium prausnitzii wurde beobachtet. Das Bakterium ist bekannt dafür, dass es die Homöostase im Darm fördert. Der Aronia-Extrakt wurde gut vertragen.

Interpretiert man die Studiendaten, schlussfolgern die Ernährungswissenschaftler aus dem Vereinigten Königreich und Frankreich, könnte der Aronia-Extrakt direkt auf die Gefäßwand wirken und damit die Steifigkeit der Arterien verringern. Zudem bestehe eine starke Korrelation zwischen dem Darmmikrobiom und den Phenolmetaboliten im Plasma, sowie signifikante Assoziationen zwischen den Metaboliten und der Gefäßfunktion.

Kurz, die tägliche Aufnahme des Aroniabeeren-Extraktes verbesserte die Arterienfunktion bei Personen mittleren Alters, und gesundheitsfördernde Bakterienstämme vermehrten sich.

Der physiologische Hintergrund: Polyphenole aus Aronia regulieren die Aktivität antioxidativer Enzyme, modulieren Gefäßrisikofaktoren (TNF-Alpha oder NF-Kappa-B) und erhöhen die Synthese von gefäßerweiterndem Stickstoff. 

Polyphenole sind sekundäre Pflanzenstoffe, die für die Pflanze nicht lebensnotwendig sind und in speziellen Zelltypen hergestellt werden. Das gleiche Molekül-Grundgerüst haben die Flavonoide, die für die bunte Farbe von Blättern, Blüten und Früchten verantwortlich sind. Zu den Flavonoiden wiederum gehören die Anthocyane. Diese bestimmen das Violett, Rot und Blau von Johannisbeere, Holunder, Weintraube und Aronia.

Mit die reichhaltigsten Anthocyanin-Quellen sind die Beeren von Aronia melanocarpa Elliot. Die Ernte aus Anbaugebieten in Polen wird zum hochreinen AroniaCraft® veredelt, dem einzigen Bestandteil des Nahrungsergänzungsmittels rubyni® Aronia.

Fazit

Die Anthocyane aus Aroniabeeren wirken gefäßschützend und modulieren das Mikrobiom. Das ist nicht nur bei gesunden Menschen beobachtet worden, sondern auch bei Personen mit leichtem Bluthochdruck. Bei älteren Risikopersonen reduzierten sich Blutdruck und Cholesterinwerte, beides Marker der Herzgesundheit.

Vermittelt wird die antioxidative und antinflammatorische Wirkung über zirkulierende Phenolmetabolite. Diese beeinflussen die Gefäßsteifigkeit und den altersbedingten Gefäßumbau. So kann Aroniabeeren-Extrakt als Teil einer balancierten Ernährung ein erfolgreiches Altern der Gefäße unterstützen.

Dr. rer. nat. Christine Reinecke, Diplom-Biologin

Der ganze Beitrag ist erschienen in DER HEILPRAKTIKER April 2024

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